
Der Weg verschwindet, lange bevor der Nebel sich lichtet. Die Berge halten nichts fest. Sie lassen geschehen. Zeit verliert ihr Maß, Entfernungen lösen sich auf. Es beginnt mit dem Verlust von Gewissheit. Zuerst die Konturen, dann trägt der Wind Stimmen, die keine sind. Dann das Gefühl für Entfernung. Was bleibt, ist Bewegung. Etwas zieht durch die Schluchten – ohne Richtung, ohne Ziel. Es streift über Stein, hebt an Kanten an, verschwindet im Weiß. Man folgt ihm nicht, man gerät hinein. Zwischen Fels und Leere spannen sich Räume auf, roh und unfassbar, jenseits jeder Vorstellung. Dort sammeln sich Spuren von Wetter, Zeit und Erinnerung. Nichts davon bleibt. Aber alles hinterlässt etwas.
Und irgendwann, wenn der Blick keinen Halt mehr findet, stellt sich die Frage nicht mehr, ob da etwas ist. Sondern nur noch, ob man selbst dazugehört.
Berggeist führt den musikalischen Weg von Waldgeist weiter, ohne ihn zu wiederholen. Elektronische Instrumente bilden erneut das klangliche Fundament, diesmal treten Gitarren und akustische Elemente jedoch deutlicher hervor. Die Musik bewegt sich zwischen ruhigen, meditativen Passagen und rhythmischen, kraftvollen Momenten. Dabei wollte ich weniger konkrete Landschaften abbilden als das Gefühl des Unterwegsseins einfangen: den Wechsel von Anstrengung und Ruhe, von Nähe und Weite. So entstand ein Album über Bewegung, Höhe und Einsamkeit – und darüber, was die Berge mit uns machen, wenn wir uns auf sie einlassen.
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